Was man weiß und was nicht

Ist der Sigmar Gabriel jetzt eigentlich wieder im Urlaub? Er hatte ihn ja unterbrochen um Bescheid zu sagen, dass das mit dem Verhaften (in der Türkei) so nicht weitergehen kann. Konnte er seinen Urlaub dann fortsetzen? Unterbrochen oder abgebrochen? War es das jetzt für dieses Jahr? Man weiß es nicht. Außenminister ist eben ein anspruchsvoller Posten und für mich wäre das gar nichts. Im Urlaub wäre ich gar nicht erreichbar oder würde alle Nachrichten ignorieren. Scheinbar hat man als Außenminister auch keine Vertretung. Ich habe ja immer gesagt, dass es besser ist, gleich Bundespräsident zu sein. Dann wird man nämlich durch die Ministerpräsidenten vertreten und muss nicht im Urlaub ans Telefon gehen oder Mails lesen.

Bevor ich Urlaub machen kann, muss ich erst mal wieder arbeiten gehen. Ich kann es kaum glauben, aber ich bin tatsächlich ein bisschen aufgeregt und freue mich auch auf die nächsten Wochen. Ich bin sehr gespannt. Es kommt mir so vor, als ob ich etwas völlig Neues anfange, von dem ich noch nicht weiß, was es werden wird. Das weiß man in Wirklichkeit nie, man tut bloß so. Vielleicht deshalb, weil es kaum auszuhalten wäre, wenn man jeden Tag eine Premiere aufführen würde. Aber bevor das losgeht, treffen wir uns noch zum Malen. Im vergangenen Jahr bin ich dabei den Musen begegnet. Ob das in diesem Jahr wieder passiert, kann man auch nicht wissen. Kann sein, kann nicht sein.

Man weiß allerdings, dass es ab morgen die ganze Woche immer wieder mal regnen wird. Es wird auch nicht sehr warm. Das wird darum so sein, weil ich es gerade hier hinschreibe. Es geht auch nicht anders, denn die Fleißigen Lieschen brauchen viel Wasser. Ich kann sie nicht beim Nachbarn abgeben. Das brächte nur Schwierigkeiten mit sich. In Neubrandenburg hatte ich eine Nachbarin, die meine Balkon-Sonnenblumen gegossen hat, als ich mit der Schönen und Blutjungen in Ungarn war. Also erst waren wir in Ungarn und danach in Österreich. Als wir wiederkamen, waren die Sonnenblumen hinüber. Die Nachbarin war untröstlich. Dabei konnte sie bestimmt gar nichts dafür. Aber sie hat sich sehr gegrämt. Ich weiß noch nicht, ob ich das jetzt meinem Nachbarn oder den Fleißigen Lieschen nicht zumuten will. Er hat sein Paket inzwischen abgeholt, nachdem ich ihm doch die Tür aufgemacht habe. Er hat mich nicht verhaftet. Möglicherweise ist er doch kein Agent. Aber vielleicht macht er sich auch nur Sorgen um die Wirtschaft. Man weiß es nicht.

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Autor: Ulf Gladis

Ulf Gladis, Jahrgang 1967, kommt aus Hennigsdorf bei Berlin. Unter dem Pseudonym liedersaenger veröffentlichte er bei CreateSpace Independent Publishing Platform "Alles gelogen", "Wittgensteins Leiter", "Tamagotchi", "Entropie und Wollmaus", "Schwarze Banane" und "Debakel im Strandkorb". Aktuelle Nachrichten erscheinen auf www.liedersaenger.de

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