Der Wald und der Teufel

Hat er nun „böse“ gesagt? Oder „schlecht“? Nehmen wir mal Letzteres an. Obwohl „böse“ auch nicht schlecht wäre. Nein, ich glaube, er hat doch „böse“ gesagt. Meine Mutter hat mich nie als „schlecht“ betitelt, aber „böse“ war ich schon manchmal und auch meine Mutti konnte leicht „böse“ werden. So hat er es gemeint. Die Deutschen waren böse. Sehr, sehr böse. Jawohl. Ich möchte aber nicht erleben, was passiert, wenn Donald Trump böse wird. Also reißt euch jetzt alle mal ein bisschen zusammen! Ich weiß nicht, worum es genau geht, aber Fußball war es nicht. Irgendwas mit Wirtschaft. Wir verkaufen zu viel oder zu wenig in Amerika. Was haben wir denn überhaupt dort verloren? Vielleicht sollten wir ihnen einen Flughafen bauen. Aber dann werden sie erst recht böse. Ganz schlecht.

Die Berliner Fußballfans am Samstag kann er ja nicht gemeint haben. Die waren aber auch sehr böse. Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, „Erdbeerfeld“ bei der nächsten Gelegenheit im Stadion zu singen. Meinetwegen hätte der Mob ja „Fußballfeld“ mitgrölen können. Aber jetzt kommt das nicht mehr in Frage. Helene auspfeifen – spinnen die denn? Was haben die denn in ihrer Brust? Einen Fußball? Waren das Deutsche? Böse-böse. Sehr, sehr böse. Aber vielleicht war Helene auch naiv. Wäre sie doch lieber beim Kirchentag aufgetreten. Da hätten Zehntausende Tücher geschwungen und sie in ihre Herzen aus Fleisch und Blut geschlossen. So zahlt jeder sein Lehrgeld. Das Leben ist eben kein Erdbeerfeld.

Mein Sonntagabend-Fernsehen hat mir einen schönen Film über den deutschen Wald gezeigt. Der ist nämlich nicht böse. Der Wald ist die Lösung aller unserer Probleme. Der Wald macht gesund. Wenn wir nur zehn Minuten im Wald sind, werden wir bessere Menschen. Das klingt plausibel, denn Fußballstadien stehen ja nicht im Wald und auch die Wirtschaft haut den Wald erst um, bevor sie sich dort breit macht, wo er einmal stand. Der Wald ist ein Organismus, „jede Handvoll Waldboden enthält mehr Lebewesen, als Menschen auf der Erde leben.“ Das letzte gilt aber auch für den Inhalt meines Kücheneimers. Ich hatte mal eine Freundin aus dem Schwarzwald, die sehr traurig wurde, als ich ihr stolz den Hennigsdorfer Wald zeigte. Vielleicht hängen das Böse-sein und geringer Waldbestand irgendwie zusammen. Im Schwarzwald kenne ich nun wirklich keine bösen Menschen. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg hieß zwar mal Teufel, aber das ist ja nun schon sehr lange her. Und vielleicht ist der Teufel ja auch gar nicht böse.

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Schön wär’s

Es kann immer noch passieren, dass Donald Trump am Freitag einen Rückzieher macht. So langsam merkt er nämlich, worauf er sich da eingelassen hat: Seine designierten Minister machen, was sie wollen oder kündigen das schon mal an, noch bevor sie im Amt sind. Na und Angela Merkel erst! Was für eine Enttäuschung. Da hat er gedacht, die Frau ist gut, eine große Anführerin und nun – DAS. Das Ding. Jetzt ist er ihr doch draufgekommen, dass sie die ganzen ILLEGALEN ins Land gelassen hat. Er meint damit Menschen, von denen keiner weiß, wo sie überhaupt hergekommen sind. Die könnten ja von sonst wo gekommen sein! Aus… aus… ach, was weiß denn ich?! Und dieser Frau hat er vertraut! Grauenhaft.

Übrigens, hat mal jemand den Schreibtisch beachtet, an dem Donald Trump während des Interviews mit der Bildzeitung saß? Das war doch unglaublich, oder? Was sollte das denn bedeuten? „Eigentlich hab ich gar keine Zeit, aber ich mach trotzdem mal kurz Präsident.“? Der Schreibtisch steht ja im Trump-Tower. Muss Trump ihn noch aufräumen, bevor er ins Oval-Office geht? Oder lässt er alles so und macht in vier Jahren weiter? Vielleicht macht er Präsident nur halbtags und die andere Hälfte ist er einfach weiter Trump? So wie Frank Weise mit Arbeitsagentur und BAMF. Ich habe auch zwei Arbeitsplätze. Den einen bediene ich Montag, Dienstag und Donnerstag, den anderen Mittwoch und Freitag. Das machen heute alle so. In meinen besten Zeiten, als ich noch hauptsächlich Büroarbeit leistete, konnte ich innerhalb von zehn Minuten ein ähnliches Chaos auf meinem Schreibtisch anrichten, wie Donald Trump auf seinem. Da guckt dann nur noch das Telefon raus. Ich brauchte mindestens eine volle Arbeitswoche, um es wenigstens einigermaßen nach Kategorien zu sortieren. Ich bin aus der Nummer nur durch die Unbrauchbarmachung des Tisches wieder herausgekommen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Also, das kann passieren, dass er gar nicht zur Amtseinführung kommt, weil er mit seinem Schreibtisch viel zu beschäftigt ist. Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit. Hat sich jemand den Donald schon mal richtig aufmerksam angeguckt? Kommt einem da nicht so einiges bekannt vor? Hm? die Frisur, die Statur? Das Benehmen? Na? Klingelt’s? In dem Moment, in dem Barak Obama ihn umarmen will, zieht er die Maske vom Gesicht und da steht: Hape Kerkeling! Und dann singen sie alle zusammen: „Das ganze Leben ist ein Quiz, und wir sind nur die Kandidaten…“