Untertauchen

Das Schlimme am Einkaufen ist, dass wir dabei so schamlos ausspioniert werden. Es gibt einfach keine Privatsphäre mehr. Wir sind die gläsernen Kunden. Ich verstehe nicht, dass das alle Tag für Tag und völlig klaglos mit sich machen lassen. Ich habe mal in einem kleinen Dorf gewohnt. Jeder kannte jeden. Als Zugezogener war man sowieso Gegenstand der allgemeinen Neugierde. Wenn ich aber den Dorfladen betrat, gab es kein Halten mehr. Jegliche Zurückhaltung fiel von der Verkäuferin ab und sie begann gnadenlos und völlig offen damit, mich auszufragen. Was es denn heute sein dürfe? Ich dachte: „Das sage ich dir doch nicht, du alte Schnepfe, in fünf Minuten weiß es wieder das ganze Dorf.“ Um meinen wirklichen Bedarf wirkungsvoll geheim zu halten, lernte ich meinen Einkaufszettel auswendig und aß ihn dann auf. Im Laden führte ich dann alle in die Irre, indem ich nie kaufte, was ich eigentlich gebraucht hätte, sondern meistens die alten Backwaren vom Vortag.

Die große Stadt kokettiert damit, so schrecklich anonym zu sein. Dabei merkt man doch schon an den Einkaufswagen, wohin der Hase läuft. Alles durchsichtig. Sogar die Brötchentüten machen sie transparent! Und dann muss man an der Kasse alles auf’s Band legen. Keiner beschwert sich. Ich werde jetzt auch nicht damit anfangen, aber daran sieht man mal, wie weit sie es mit uns schon gebracht haben. Wieviele Kunden sieht eine Kassiererin in einer Schicht? Und von allen weiß sie ganz genau, was sie eingekauft haben. Hat sie wenigstens eine Schweigepflicht? Ich glaube kaum.

Ich habe versucht, mir eine neue Regenjacke zu kaufen. Ich konnte keine finden. Ich hätte natürlich fragen können, aber dann hätten sie ja gewußt, dass ich eine Regenjacke kaufen will. Das geht die doch gar nichts an. Wenn ich doch eine gefunden hätte, hätte ich an der Kasse alles geleugnet. Ich hätte sehr breit gelächelt und gesagt: „Ich möchte diesen Teppich nicht kaufen“ und dann bezahlt. Im Moment reicht das noch, um genug Verwirrung im System zu stiften. Sie hätten dann erstmal nicht gewusst, ob ich nun eine Regenjacke gekauft habe, einen Teppich nicht gekauft habe oder was sie nun dokumentieren sollen. Aber lange kommt man mit solchen Tricks auch nicht durch. Ich werde also untertauchen müssen. Wieder mal.

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Die Skandale der anderen

Ich habe schon mal einen Text über das Ei geschrieben. Das ist lange her. Da war an einen Eierskandal noch gar nicht zu denken. Trotzdem ist das Thema jetzt durch. Man soll ja gekochte Eier auch nicht noch mal aufwärmen. Skandale sind außerdem nur dafür da, um auf sich und sein Produkt aufmerksam zu machen. Manchmal klappt’s und manchmal nicht. Bei den Eiern bin ich mir da nicht so sicher. Bei Autos im Allgemeinen und bei VW und Diesel im Besonderen glaube ich dagegen schon, dass es funktionieren wird. Wenn man verkaufen will, muss man sich eben immer etwas Neues einfallen lassen. Ich könnte das nicht und hätte schon längst aufgegeben. Irgendwann haben die Leute doch alles, warum sollen sie noch mehr kaufen? Ganz einfach: Weil es so sein muss. Sonst funktioniert der ganze Laden nämlich nicht.

Die Post hat einen Vorstandsvorsitzenden dem so etwas im Gegensatz zu mir Spaß macht. Der heißt Frank Appel und hat ein gläsernes Chefbüro im 40. Stock im Post-Tower in Bonn. Herr Appel braucht keinen Skandal, um auf die Post aufmerksam zu machen, denn die Post ist sowieso allgegenwärtig. Aber vielleicht kann man sich ja die Skandale der anderen irgendwie zunutze machen. Natürlich handelt es sich bei den gelben Postautos fast ausschließlich um Dieselfahrzeuge, aber seit ein paar Jahren lässt die Post auch Elektroautos bauen. Erst nur für den Eigenbedarf, aber in Zukunft auch für andere Abnehmer. Auch beim Lebensmittelverkauf hat die Post scheinbar nicht geschlafen. Statt nur für Amazon Pakete zu verschicken hat sie (als DHL-Paketdienst) auch einen eigenen Online-Supermarkt (allyouneed fresh) mit offenbar praktikablen Feierabend-Lieferfenstern (z.B. 19:00-21:00). Das will ich mal testen.

Als ich vor ungefähr 10 Jahren einen Lebensmittellieferanten suchte, gab es nur Bofrost. Jetzt kann man sich den Einkauf mit der Post schicken lassen. Blöd wäre es nur, wenn man die Lieferung verpasst und kein Nachbar die Pakete annimmt. Dann müsste man sich das Zeug irgendwo abholen und das wäre ja dann wieder wie einkaufen fahren. Man muss allerdings wissen, dass die Lieferung höchstwahrscheinlich mit Hilfe eines Dieselfahrzeuges erfolgt. Was in den Eiern drin ist, weiß man auch nicht genau. Man kann statt Eiern aber auch Hefeweizen bestellen! Das Leergut muss man allerdings wieder selbst abgeben. Das ist gar nicht so schlecht, denn erstens kommt man dann mal wieder raus und zweitens sind leere Flaschen leichter als volle. Und die Eier kauft man sowieso lieber im Hofladen.

Kaufhalle, Obst und Gemüse

Für die Autobauer beginnt eine schwierige Zeit. Manche sprechen von einem Erdrutsch. Manche auch von einem Desaster. Sie machen sich Gedanken um ihre Zukunft. Das sollten sie auch. Die Autobauer haben so langsam mitbekommen, dass ich mir kein neues Auto kaufe. Auch kein gebrauchtes. Ich werde zu Fuß gehen und vielleicht mal mit dem Rad fahren. Aber in erster Linie bin ich mit zwei Beinen ausgestattet. Es gibt diesen Skateboard fahrenden Hund. Er wird gern als Kuriosität herumgezeigt. Aber niemand will einen Hund haben, der Skateboard fährt! So ist das auch mit uns. Wir müssen laufen. Weiter nichts. Laufen wir nicht, sollten wir liegen. Ich konnte in den vergangenen Wochen eingehend darüber nachdenken und auch verschiedene Tests durchführen, die alle Hypothesen bestätigen.

Nun hängt der Wohlstand in diesem Land allerdings daran, dass alle Menschen mehrere Autos in ihrem Leben kaufen. Ohne Autos wird alles anders. Ein Beispiel: Hefeweizen. Wer kein Auto mehr hat, kann einfach nicht jeden Tag drei bis fünf Hefeweizen zu Hause trinken, weil er gar nicht so viel heranschleppen kann. Wie ich schon mehrmals berichtet habe, war ich in der Familie, in der ich heranwuchs für die Getränkebeschaffung zuständig. Ich hatte auch damals kein Auto. (Als wir eins hatten, sind wir damit auch nicht einkaufen gefahren! Es gab gar keine Parkplätze vor der Kaufhalle.) Folgerichtig gab es Getränke aus der Kaufhalle nur zum Wochenende. Die Anzahl war streng limitiert. In der Woche gab es Zitronensaft mit Wasser. Als wir wohlhabend wurden, hatten wir ein Getränke-Siphon mit Kohlensäure-Patronen. Damit konnte man Kirsch- oder Kola-Sirup mixen.

Wenn nach und nach alle Menschen aufhören, ihre Autos, die sie vielleicht gar nicht mehr haben, zum einkaufen zu benutzen, wird nach den Getränkemärkten auch der Lebensmittelhandel Schwierigkeiten bekommen. Die Leute kommen vielleicht jeden zweiten Tag, aber sie haben nur zwei Taschen mit und kaufen an einem Tag Obst und Gemüse und an einem anderen Brot und Käse. Man wird sich nicht anders zu helfen wissen, als das ganze üppige Angebot ein bisschen zurückzufahren. Dann gibt es in der Stadt vielleicht noch zwei Kaufhallen und der Rest wird Obst und Gemüse. Logischerweise fliegen wir dann aus dem Euro raus und müssen eine eigene Währung einführen. Warum wir für die Münzen Aluminium nehmen, obwohl wir gar keine nennenswerten Bauxitvorkommen haben, versteht wieder kein Mensch. Und das alles nur, weil ich mir irgendwann kein neues Auto mehr kaufen wollte. Es tut mir gar nicht leid.

Reblog: Kopfrum

Manchmal muss man die Welt ein bißchen auf den Kopf stellen. Dann gehe ich morgens einkaufen und belade meinen Einkaufswagen, bis nichts mehr hineinpasst. An der Kasse ist es sehr voll. Ich muss lange anstehen. Ich lege jeden einzelnen Artikel auf das Band, denn ich habe nichts zu verschenken. Als ich endlich dran bin, scannt die Kassiererin und scannt und scannt. Manchmal muss sie etwas von Hand eintippen. Dabei kaut sie Kaugummi. Dann ist sie fertig und ruft triumphierend: Hundertfünfundsechszig fünfundsiebzig. Ich öffne mein Portemonnaie. Die Kasse springt auf und die Kassiererin zählt mir das Geld hin. Ich stecke es ein und bringe meinen Einkauf nach Hause.

Je mehr man einkaufen kann, desto mehr Geld bekommt man. Ich schaffe nicht immer so viel. Ich habe auch nicht so viel Platz zu Hause und kenne nicht viele, die mir etwas von den Einkäufen abnehmen würden. Natürlich nicht für umsonst. Manche gehen aber mehrmals täglich einkaufen und haben Geld wie Heu. Keine Ahnung, wie sie das machen. Manchmal kommt es zu Einbrüchen in Supermärkten, wobei Ganoven versuchen, ganze LKW-Ladungen Ware wieder in die Regale zu stapeln. Darauf stehen schlimme Strafen. Zu Recht.

Was macht man nun mit dem ganzen Geld?

Nun, die meisten bezahlen damit ihre Arbeitsplätze. So einen Arbeitsplatz muss man mieten und monatlich dafür abdrücken. Am teuersten sind natürlich die Arbeitsplätze, auf denen man am wenigsten tun muss. VW-Chef zum Beispiel. Dieser Posten ist aber schon wieder unbezahlbar. Ein politisches Amt kann sich dagegen fast jeder leisten. Allerdings hat man als Inhaber eines politischen Amtes keine Zeit mehr, einkaufen zu gehen und hat dann schnell kein Geld mehr, um seinen Arbeitsplatz zu bezahlen. Dann muss man zurücktreten. Darum sollte man verheiratet sein und die Partnerinnen und Partner von politischen Amtsträgern machen eigentlich nichts anderes, als einzukaufen.

Papst und Bischof sind dagegen zwei der wenigen Arbeitsplätze, die es unentgeltlich gibt. Darum müssen der Papst und Bischöfe auch nicht einkaufen. Wenn sie es doch machen, tun sie nur so, um sich mit dem Volk irgendwie gemein zu machen. Manche haben es in der Vergangenheit etwas mit dem Einkaufen übertrieben. Jeder weiß, ich meine den Bischof Tebarz-van Elst und seine goldene Badewanne. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass er eben nur so getan hat, als würde er einkaufen. In Wirklichkeit hatte er es gar nicht nötig.

Veröffentlicht: 5.11.2015

Stasi-Trick

Also beim Lila-Bäcker werden sie jetzt aggressiv. „Ich hätte gern diese…“ „Kornstange?“. „Ja bitte“. Dann: „Haben sie eine Kundenkarte?“ „Nein.“ Warum nicht?“ Ich wurde rot. Warum hatte ich denn keine Kundenkarte? Hatte ich sie zu Hause vergessen? Nein, besser verloren. „Ich habe meine Kundenkarte verloren.“ Gesicht verzieht sich. Und dann anfangen, zu weinen. Nicht mehr sprechen können. Hysterisches Schluchzen, minutenlang. Was hätte die strenge Verkäuferin da wohl gemacht? Ich habe nicht gefragt, aber was soll ich denn mit einer Kundenkarte? Ich war zum ersten Mal in meinem Leben bei einem Lila-Bäcker. Und zum letzten Mal. Jedenfalls bei diesem. Ich wollte mir ein Brötchen kaufen. Ein Brötchen kaufe ich vielleicht einmal im Monat. Wenn ich dafür erst einen Antrag ausfüllen muss, verzichte ich lieber auf das Brötchen.

Angeblich kann man beim Einkaufen mit einer Kundenkarte Geld sparen. Das ist ein schöner Trick, auf den ich bisher noch nicht hereingefallen bin. Geld sparen kann man nämlich nur, wenn man gar nicht einkauft. Es ist völlig gleichgültig, ob ein Brötchen dreißig Cent kostet oder nur fünfundzwanzig. Ich besitze ein großes Marmeladeglas voller Centstücke, mit denen ich alle Brötchen bezahlen könnte, die ich noch bis an mein Lebensende kaufen werde. Bei jedem Einkauf bekomme ich solche Centstücke, die ich einfach nicht wieder los werde. In diesem immer größer werdenden Kupferklumpen ist mein gesamtes Vermögen gebunden und ich weiß einfach nicht, wie ich es liquidieren könnte, ohne dabei blödsinnig zu werden oder ein Sparkassenkonto zu eröffnen. Die Sparkasse hat Automaten, in die man das Klumpengeld hineinschmeißen kann. Dann wird es dem Konto gutgeschrieben. Leider nicht meinem, denn das macht die Sparkasse nur für ihre Kunden. Die Kundenkarte haben die schon viel länger und irgendwie scheint mir das Sparkassenkonzept lebensnaher als das vom Lila-Bäcker.

Der Normalfall sind solche Automaten nicht. Aus normalen Geldautomaten kommen Geldscheine heraus. Der erste Geldautomat wurde vor 50 Jahren in Großbritannien aufgestellt. Die Kreissparkasse Tübingen zog knapp ein Jahr später nach. Ich glaube, die DDR-Sparkasse in Ost-Berlin hatte Ende der 1980er Jahre auch schon Geldautomaten. Dafür brauchte man eine spezielle Geldkarte. Es wäre doch ein schöner Sciencefiction-Stoff gewesen, wie es einem Hacker gelungen ist, die Dinger so umzuprogrammieren, dass sie Westgeld ausspuckten. Es gab ja auch bestimmte Telefonzellen in Berlin, in die man nur zwanzig Pfennige einwerfen musste und dann stundenlang nach West-Berlin telefonieren konnte. Davor gab es immer lange Schlangen. Aber die Zellen waren bestimmt ein Stasi-Trick. So, wie die Kundenkarte vom Lila-Bäcker.

Warenhäuser

Ich habe mein kleines Auto gestern früh zur Durchsicht gebracht und wollte es eigentlich am Nachmittag wieder abholen. Dann bekam ich es aber nicht zurück. Sie wollen es über Nacht da behalten. Da sieht man es mal wieder: man sollte sich jeden Morgen ordentlich voneinander verabschieden und niemals im Streit in den Tag hinaus gehen. Es kann passieren, dass man sich am Abend nicht wiedersieht. Da es noch sehr früh war habe ich überhaupt nicht mit dem Auto gesprochen. Ich habe auf seinen Pedalen herumgetrampelt, die Tür zugeschlagen und bin ohne ein Wort weggegangen. Nun steht es da, hinter einem Zaun zusammengepfercht mit anderen Autos, die es nicht kennt. Ich kann nur hoffen, dass ich es heute wiederbekomme und dann bringe ich es nie wieder fort. Vielleicht kaufe ich ihm eine kleine Weide, auf der es stehen, sein Gnadenbrot verzehren und in Würde alt werden kann.

Früher habe ich mich damit begnügt, mich hinter ein Lenkrad zu setzen und Fahrgeräusche zu machen, ohne dass ich mich einen Zentimeter fortbewegt hätte. Ich kam trotzdem an, stieg aus und knallte mit der Tür. Dann ging ich meinen Geschäften nach. Meine Nichten haben in ihrem Keller einen Kaufmannsladen, in dem man alles kaufen kann, was man will. Warum reicht einem das irgendwann nicht mehr? Deutschlands große Warenhäuser haben ein Bündnis zur Freigabe der Öffnungszeiten an Sonntagen geschmiedet. Einkaufen sei ein „fundamentaler Teil der Beschäftigung an Sonntagen“ sagen sie. Jaja, rufen wir, aber doch nicht im Warenhaus, sondern bei unseren Nichten im Keller.

Ich stelle mir vor, wie die Männer in unserer Straße morgens alle in ihre Autos steigen und damit zur Arbeit fahren, ohne sich vom Parkplatz zu rühren. Manche lassen die Scheiben runter und haben das Radio an. Die einen summen, die andern tuckern, wieder andere brummen. Nach einer halben Stunde ist auch der letzte angekommen und geht wieder in seine Wohnung zurück. Da helfen sie dann ihren Frauen die Wäsche zusammenzulegen, die gerade die Kinder in die Kita gebracht haben. Natürlich zu Fuß, denn die Kinder müssen ja wirklich in die Kita. Die Männer spielen nur, dass sie auf Arbeit fahren. Wenn die Frauen die Kinder wieder abholen haben auch die Männer Feierabend und fahren so nach Hause, wie sie am morgen hergekommen sind. Wenn sie dann heimkommen, freuen sie sich, dass die Kinder wieder da sind. Kein Auto fährt mehr auf der Straße, es gibt keine Unfälle und in der Werkstatt spielen sie mit den Neuwagen, die nun keiner mehr braucht. Und Warenhäuser heißen Warenhäuser, weil sie das früher mal waren.

Prioritäten

Die Welt dreht sich. Das hat die Oma immer gesagt, wenn wir über Veränderungen gesprochen haben. Gerade lese ich über Cyber-Kriminelle, die mein Konto leer räumen können. Das wäre schon blöd. Andererseits ist es aber nicht allzu verwunderlich, dass so etwas geht. Im Prinzip geht es nur darum, hier eine Zahl abzuziehen und sie dort wieder zu addieren. Keine große Sache. Man braucht keine Transporter und die Zahlen können auch nicht markiert werden. Meine Zahlen- deine Zahlen. Alles egal.

Inzwischen habe ich die Kaffeesahne gekauft – und noch ein paar andere Sachen. An der Kasse wollten sie 10.000 Euro. Sie denken sich einfach irgendwelche Zahlen aus. Das Teuerste war der Fisch. Für das Geld, das ich für 300 Gramm Lachs ausgegeben habe, könnte ich ein ganzes Schwein kaufen. Verrückt, oder? Also ohne Kopf. Oder fünf Liter Bier. Oder zwei Hühner. Der Preis für den Lachs ist okay. Der für das Bier auch. Das andere ist eine Sauerei. Zu Hause stellte sich heraus, dass die Butter alle ist. Wenn ich jetzt aber noch mal losfahre, ist mein Jahreseinkommen futsch. Und der Mai hat gerade erst angefangen. Vielleicht sollte ich doch in dichter besiedeltes Gebiet umziehen. In Berlin könnte ich alles zu Fuß erledigen. Ich hätte zwar einen weiteren Weg zur Arbeit, aber es scheint ja inzwischen so zu sein, dass ich mehrmals täglich einkaufen muss, aber nur einmal zur Arbeit fahre. Na, mal sehen. Zur Zeit ist ja viel in Bewegung. Ich versuche gerade, mich zu erinnern, wo ich während meiner Husemann-Phase immer eingekauft habe. Es will mir einfach nicht einfallen. Damals scheint einkaufen noch nicht so wichtig gewesen zu sein.

Dabei fällt mir wieder ein, dass der mangelnde Auslauf ein großes Problem war. Ich musste zum Schluss erst mit dem Rad in den Park fahren, wenn ich ein bisschen rennen wollte. Es ging mir sogar regelmäßig sehr schlecht, bis ich endlich mal wieder gerannt bin. Danach wußte ich immer, dass ich es zu selten mache, was ich jedoch gleich wieder vergaß, woraufhin es mir wieder eine Weile sehr schlecht ging. Schön, dann hätten wir die Prioritäten für die neue Wohnung. Erstens: Auslauf. Zweitens: Einkaufsmöglichkeiten. Drittens: Weg zur Arbeit. Miete: 350 kalt.