Plan B

Am Wochenende habe ich noch einmal eine wichtige Lesung. Man kann mich dann live erleben, wie ich in einem Erdbeerfeld stehe und Erdbeeren lese. Wenn das Körbchen voll ist, geh’n wir wieder heim. Sollte ich mit der Erdbeerlese Erfolg haben, trete ich im Herbst vielleicht mal in einem Weinberg auf. Das Problem ist ja immer die Akustik. Irgendwann versteht einen keiner mehr und man braucht Tontechnik. Die funktioniert dann nicht und es versteht einen erst recht keiner mehr. Dabei wird der Text sowohl beim Singen als auch beim Lesen regelmäßig überbewertet. Ich habe einmal ein Lied in einer Kirche vorgesungen. Hinterher bekam ich gesagt, verstanden habe man nichts, aber es sei ein tolles Lied gewesen. So funktioniert das! Wenn die Leute den Text verstehen würden, würden sie gar nichts mehr verstehen. Oder ich müsste Fragen beantworten.

Das wäre ganz schlecht, denn ich weiß die Antworten nicht. Ich habe ein Lied über den Weichensteller, da lautet eine Textzeile: „Hier kommt er nicht mehr lebend raus, er weiß dass dem so ist.“ Ausgerechnet diese Zeile hat mal jemand verstanden und prompt gefragt, warum er da nicht mehr lebend rauskommt? Woher soll ich das wissen? Ist eben so! Wenn wir früher Neil Young gehört haben, haben wir auch kein Wort verstanden. Es war auch für das Nachsingen von Neil Young nicht nötig, etwas vom Text zu verstehen. Ich habe mir vom Tonband die Texte in Lautschrift abgeschrieben, mein Vater lötete mir einen Munti-Ständer und ich sang Zeug in einer Fantasiesprache. Aber wir waren alle glücklich, denn wir hatten Rosenthaler Kadarka.

Das zweite Problem ist natürlich immer das Wetter. Gegen schlechtes Wetter macht man immer einen Plan B, der dann nicht funktioniert, weil keiner Lust auf schlechtes Wetter hatte und der Plan darum nicht zu Ende gedacht ist. Der beste Plan B ist aber immer der, der wieder zu Plan A zurückführt. Den hatten wir auf unserem Mädchenwandertag an der Unstrut. Plan A sah vor, dass wir von unserm Quartier nach Freyburg wandern. Am Morgen regnete es dann, wie verrückt. Plan B bestimmte, mit dem Auto nach Freyburg zu fahren und von dort zurückzulaufen, weil der Regen dann vielleicht aufgehört hätte. Dann war aber die Straße nach Freyburg gesperrt und die Umleitung in Laucha führte so lange im Kreis herum, bis wir wieder am Ausgangspunkt waren und der Regen aufgehört hatte. Von dort aus lief dann alles nach Plan A. So macht man das.

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Fuchs und Esel

Wir hatten in Tröbsdorf Quartier genommen. Tröbsdorf ist ein Ortsteil von Laucha und liegt dort, wo sich Fuchs und Esel gute Nacht sagen. Der Fuchs ist ein Kräuterschnaps und der Esel ein Schwarzbier. Nach einer guten Flasche Wein (ohne Essen – ich kann zum Wein trinken immer nichts essen), wollte ich noch einen kleinen Kräuterlikör genießen. Leider habe ich Fuchs und Esel verwechselt und ein Schwarzbier bestellt. Den Fuchs wollte ich dann trotzdem noch haben und kam dann aber in der Folge völlig mit Fuchs und Esel durcheinander. Sicherheitshalber gab ich dem Wirt am Schluss mein ganzes Bargeld, damit es mir auf dem Weg in mein Zimmer nicht noch gestohlen werde. Dann passte der Schlüssel nicht. Der Wirt hatte so etwas schon öfter erlebt. Er sprang hinzu, denn er hatte einen Zauberschlüssel, der immer passte.

Am nächsten Tag reisten wir ab. Ich war etwas länger unterwegs, weil ich in Ostkreuz meinen Anschlusszug um vier Minuten verpasst hatte. Da man in Ostkreuz ganz schlecht eine Stunde warten kann fuhr ich mit der S-Bahn vor nach Lichtenberg. Ich erwischte einen Wagen mit einer unscheinbar aussehenden Mädchengruppe. Kaum fuhr der Zug, drehten sie die Musik auf und sangen sehr laut fremdländisch anmutende Weisen. Dann hielt der Zug auf freier Strecke. Jetzt standen die Mädchen auf und versuchten mit rhythmischen Bewegungen den Wagen umzuwerfen. Offenbar wurde ich gerade Opfer einer neuen Art von Terroranschlägen. Der Zug fuhr einfach nicht weiter und wackelte immer stärker. Ich muss sagen, dass die Toleranz der anderen Fahrgäste die meine bei Weitem übertraf. Sie ließen sich entspannt von dem wankenden Zug hin und her wiegen, schauten den Mädchen zu und lächelten. Ich saß wie ein Ölgötze auf meinem Platz, biss mir von innen in mein Gesicht und nahm schon mal geistig Anlauf, um beim Einfahren in den Bahnhof der Erste an der Tür zu sein.

Die restliche Fahrt verlief ohne Zwischenfälle. Als ich zu Hause ankam, passte der Schlüssel wieder nicht. Ich hatte den Zimmerschlüssel aus Tröbsdorf eingesteckt und meinen Wohnungsschlüssel abgegeben. Das war jetzt blöd. In dem Moment tippte mir von hinten einer auf die Schulter. Als ich mich umdrehte stand da ein schwarzer Esel mit einem Fuchs auf dem Rücken und hielt mir mit seiner Hufhand meinen Wohnungsschlüssel hin. Wir tauschten und der Fuchs nickte mir kurz zu. Dann verschwanden die beiden und ich ging nach Hause. Ganz genau so ist es gewesen.

Memleben

Ich habe der Unstrut Unrecht getan. Das gebe ich unumwunden zu. Sie fließt ungerührt durch eine schöne Landschaft und stört sich gar nicht daran, dass die Menschen immer ganz wunderliche Namen erfinden. Nehmen wir zum Beispiel Memleben. Man weiß mal wieder nicht genau, wie der Ort zu seinem Namen gekommen ist und was er bedeuten soll. Ich vermutete zunächst, Memleben heiße Memleben, weil dort die Memmen leben. Das kann aber nicht ganz stimmen, denn die ottonischen Könige und Kaiser hielten sich hier sehr gerne auf und die waren schließlich keine Memmen. Es könnte aber auch sein, dass der Name auf eine sehr alte Legende zurückgeht. Demnach kamen einmal drei Männer in den Ort, um das Kloster zu besuchen. Um sich vorher zu stärken, begehrten sie Einlass im Café am Kloster. Dies taten sie aber um die Mittagsstunde und das Café öffnete erst am Nachmittag und man schickte die Männer zum Restaurant Zum Storchennest. Als sie dieses erreichten, schloss es gerade und man schickte sie wieder zum Kloster. Das ging immer so weiter, so dass die Männer nun bis zum jüngsten Tag vom Kloster zum Storchennest und wieder zum Kloster laufen müssen. Weil sie darüber ohne Unterlass jammerten und klagten, hießen sie bald „Die Drei Memmen“ und man kann sie heute noch zwischen Kloster und Storchennest durch Memleben laufen sehen.

Ich war ja mit Axel, meinem alten Freund und Bernhard, meinem alten Freundesfreund an der Unstrut. Während Axel die Unterkunft zu organisieren hat und Bernhard uns anführt, war meine Rolle im Unternehmen bisher nicht klar erkennbar. Ich wurde diesmal angewiesen, drei lachende Mädchen klarzumachen, damit sie mit uns auf sonnigen Wegen dahinzögen. Zumindest ist es mir gelungen, zwei Mädchen zu gewinnen. Wir haben sie ein bisschen zum Lachen gebracht und das mit der Sonne hat schließlich auch noch geklappt. Es war unglaublich aufregend und wunderschön. Die Mädchen haben haben aber nicht nur gelacht, sondern auch gesungen. Erst in Laucha in der Stadtkirche St. Marien und dann beim Wandern auf dem Radweg. Leider mussten sie damit viel zu schnell wieder aufhören, weil zu viele Radfahrer durch den betörenden Gesang mit wildem Weh ergriffen wurden, nicht die Felsenriffe schauten und stürzten.

Was nun die drei Memmen betrifft, so geht die Geschichte so weiter, dass sie erst von ihrer ewigen Wanderung erlöst werden können, wenn drei lachende Mädchen nach Memleben kommen. Sie müssen die drei Memmen finden und sie zum Singen bringen. Im selben Augenblick bricht der Bann und die Memmen können wieder leben. Darum Memleben.

Kreuzberg

Eine Gruppe braucht einen Gruppenleiter. Die große Kunst beim Gruppenleiten ist es, die Gruppe nicht von sich abhängig zu machen. Die Gruppe braucht einen Gruppenleiter, um überhaupt eine Gruppe zu werden, aber sie muss auch wieder auseinandergehen können, wenn sie ihre Aufgabe erfüllt hat. Das kann sie nur, wenn der Gruppenleiter die Gruppe im richtigen Augenblick verlässt. Das ist sehr schwierig und nur wenige können das. Einer von ihnen war Jesus. Ein anderer ist mein Freund Bernhard.

Bernhard ist ein sehr guter Freund meines alten Freundes Axel, also sozusagen ein Freundesfreund. Seit einigen Jahren lassen mich die beiden Freunde an ihren großen Wanderwochenenden teilhaben, was mir sehr gut gefällt. Mit meinem alten Freund Axel allein verbringe ich regelmäßig kleine Wandertage, was mir auch sehr gut gefällt. Da wir zu zweit nur ein Paar sind, brauchen wir keinen Leiter und ich laufe
normalerweise ganz gut mit. Wenn wir zu dritt sind, sind wir eine Gruppe (wenn auch als Triade ein Sonderfall) und einer muss leiten. Bernhard eignet sich von Natur aus zum Gruppenleiter.

Es ist nun wirklich nicht schwer, sich an die Spitze einer Mannschaft zu stellen und „Mir nach!“ zu brüllen. Das kann jeder. Schwierig wird es, wenn es darum geht, die Gruppe handlungsfähig allein weitermachen zu lassen. Bernhard macht das so: Wir gingen einen doch recht deutlich als Wanderweg erkennbaren Pfad entlang und das Ziel, eine ansehnliche Bergkuppe lag gut sichtbar voraus. Bernhard erklärte nun, dies sei das falsche Ziel. Unser wahres Ziel läge unsichtbar hinter einem anderen, in dichten Nebel gehüllten Berg. Nach diesen Worten verließ er uns und verschwand durch wegloses Gebüsch hinter dem fremden Gipfel. Sofort überfiel uns die Verzweiflung. Wir riefen ihm und brüllten „Hehdahhh“ in den nebelverhangenen Berg. Nichts. Wir waren allein.

Vor uns lag im hellen Licht unser Ziel. Hinter uns im Nebel der fremde Berg, über den Bernhard verschwunden war. Wir konnten ihm nicht folgen und wir konnten nicht allein weitergehen. Wir waren einfach noch nicht soweit. Und da! Als wir gar nicht mehr aus noch ein wussten, da kam er wie Moses vom Gipfel herab. Noch einmal führte er uns in die Einkehr, wo wir uns mit dem Trank der Mönche und ihrer Wegzehrung labten. Noch einmal brachte er uns von dort zurück in die Herberge, die wir allein keinen Schritt mehr gehen konnten. Am nächsten Tag waren wir dann bereit. Bereit, allein weiter zu gehen. Ohne ihn.

12.07.2016

Immer am Fluss lang

Über Pfingsten reise ich an die Unstrut. Jetzt, wo der Termin heranrückt, mache ich mir ein bisschen Sorgen. Warum heißt es Unstrut? Sollte es eigentlich die Strut werden und das ist so furchtbar schief gegangen, dass man es nur noch Unstrut nennen konnte? Die einschlägigen Nachschlagewerke tragen nur Haarsträubendes zur Namensfrage bei. Also werde ich mich wohl oder übel überraschen lassen. Mein alter Freund Axel hat die kleine Reise organisiert, dann wird es ja wohl etwas Anständiges werden. Wobei mir immer noch nicht klar ist, wovon sich die Unstrutovaren eigentlich ernähren. Diesmal können wir leider nicht viel mitnehmen, denn wir werden mit der Bahn anreisen. Dabei gibt es bestimmt wieder Einiges zu erleben. Wir könnten zum Beispiel aufgefordert werden, unsere Fahrkarten vorzuzeigen. Bestimmt ist dann irgendetwas nicht in Ordnung.

Die Bahn will ja ganz und gar von den Papiertickets wegkommen. Künftig muss man dann zum Bahn fahren ein Smartphone haben. Eine App erkennt, wann man ein- und aussteigt und rechnet ab. Dann werden die Züge vielleicht wieder leerer. Schließlich hat ja nicht jeder ein Smartphone. Tante Hannelore ist vor kurzem beim Busfahren fast gescheitert, weil sie kein Ticket mehr beim Fahrer bekam. Sie wurde zu einem Automaten geschickt. Das ist doch schade. Das Fahrscheinkaufen im Bus war die letzte sichere Sache für den Gelegenheitsbusfahrer. Der Busfahrer wusste immer Bescheid und hatte immer Wechselgeld. Die Wechselgeldausspucker und Kleingeldversenkvorrichtungen waren beispielgebend. Epochemachend. Der Fahrscheindrucker! Was sind das bloß für Erbsenzähler, die das alles wegmachen wollen? Ein Busfahrer, der nur noch Bus fährt ist doch nur noch langweilig. Aber das müssen sie ja selber wissen. Ich bin ja auch mit schuld, weil ich im Bus auch nur noch mein Handy vorzeige. Die Busfahrer gucken dann, als ob ich ihnen eine Socke gezeigt hätte oder mein Schulheft. Aber sie haben mich bis jetzt immer durchgelassen.

Wie dem auch sei, wir fahren jetzt jedenfalls mit der Bahn zu diesem Unding. Dann werden wir wohl die Landschaft vermessen, wie ich uns so kenne. Sie haben bestimmt wieder Karten mit, die sie hin und her drehen. Ich wieder mit Handy, wenn es ein Netz gibt. Wenn nicht, gehen wir eben immer am Fluss lang.

Vom Cousin zum Opa

Es wird immer schöner. Die Temperaturen steigen wieder. Darum verlassen wir den Wohnwagen und fahren weiter. Die Gastfreundschaft ist überwältigend, aber man soll sie nicht überstrapazieren. Es ist immer gut, die Last gleichmäßig zu verteilen, wenn man schon der Verwandtschaft auf die Pelle rückt. Zum Abschied empfiehlt sich eine Rundwanderung vom Bergerhof aus. Man startet von dort zu einem Umlauf mit beliebigem Schwierigkeitsgrad und beendet das Ganze mit einem Einsitz und gekühltem Getränk. Dazu lässt man sich die erste Maisonne auf den Pelz scheinen und lauscht den Erzählungen der Altvorderen.

Mein Vater wuchs bei seinen Großeltern auf. Das war ihm natürlich nicht bewusst und seine Großmutter war für ihn „Mutter“. Onkel und Tante waren für ihn die älteren Geschwister. Irgendwann lernte mein Vater auch seine wirkliche Mutter kennen und später auch seinen leiblichen Bruder. Aber seine gefühlten Geschwister hatte er sozusagen mit seiner leiblichen Mutter gemeinsam. Dieser „Bruder-Onkel“ ging schließlich über die grüne Grenze nach Westdeutschland und erlernte dort den Gärtner-Beruf. Er ließ sich in Hattingen nieder, fand dort seine Frau und stieg in das Gartenbau-Geschäft ihrer Eltern ein, das er schließlich Ende der 60er Jahre übernahm. Die beiden bekamen fünf Kinder, Cousins und Cousinen meines Vaters, die in der Gegend blieben und wiederum Familien gründeten. Die Gärtnerei wollte aber keiner übernehmen und so gaben die beiden Alten das Geschäft schließlich auf. Geblieben ist ein gastlicher Ort mit vielen Blumen und Pflanzen und einer Menge Arbeit.

Ich denke an den einsamen Kaktus in meiner ansonsten pflanzenfreien Wohnung. Eigentlich kann ich es nicht auf mir sitzen lassen, bei dieser gündaumigen Verwandtschaft weiter pflanzenlos zu existieren. Woher kommt meine Angst vor Pflanzen? Reinhard Mey nahm sich die seine durch die Züchtung der Riesenblaubeere. Ein Vorhaben, das wegen eines vermeintlichen Erdölfundes kurz in Vergessenheit geriet, um schließlich ohne weiteres gewolltes Zutun zur Vollendung zu kommen. Da liegt, wie mir scheint, der Hund begraben. Das Wollen ist eine feine Sache, aber man muss schließlich vollständig vergessen, was man eigentlich wollte und scheinbar ein ganz anderes Ziel verfolgen. Dann kommt man dort an, wo man hin wollte. Andernfalls eher nicht. Also vergesse ich das Ganze und wir fahren weiter. Diesmal zu meinem Bruder und meinen Nichten. Ab jetzt bin ich Onkel. Und mein Vater wird vom Cousin zum Opa.

Muss nicht sein

Wir sind im Wohnwagen einquartiert. Es erinnert mich an meinen Bauwagen-Urlaub und natürlich wieder an die Kindheit im Garten. Und schon möchte ich wieder einen Wohnwagen haben. Unser jetziges Quartier bietet allen Komfort mit Heizung und Satelitenfernsehen und wäre natürlich viel zu teuer. Die Heizung ist aber zur Zeit unverzichtbar, wie wir dankbar feststellen. Wenn man sich einmal in die Sitzbank gezwängt hat, will man ungern wieder aufstehen. Wir könnten einfach hier sitzen bleiben, weiter Kreuzworträtsel lösen oder Texte schreiben. Als Gastgeschenk bringe ich das letzte Buch mit. Es ist „Alles gelogen“. Eine Sammlung von Blog-Texten des vergangenen Jahres. Es steckt also schon ein gutes Jahr Arbeit darin. Außerdem enthält es noch Liedtexte aus fast drei Jahrzehnten. Aber es scheint sich doch einfach so wegzulesen. Nach spätestens drei Tagen haben sie es durch. So ist das eben. Allerdings finde ich das Echo doch sehr interessant. Was ich schreibe, ist die eine Sache. Was aber jemand liest, eine ganz andere. Ich staune immer wieder. Bin ich dafür verantwortlich? Ich schreibe nur die Worte. Ich kann doch nicht wissen, was der Leser daraus macht.

Man ist trotzdem verantwortlich. Wer etwas sagt oder schreibt, muss schon wissen, dass Worte immer etwas bewirken. Manchmal (oder meistens?) ist es nicht das, was man selbst gemeint hat. Das ist das Risiko, das man eingehen muss, wenn man nicht stumm bleiben will. Dialog bedeutet dann, einen Kompromiss auszuhandeln. Idealerweise entsteht dann am Ende etwas ganz Neues, an dem alle Beteiligten mitgewirkt haben. Darum ist man nicht allein verantwortlich. Wer liest oder zuhört, hängt mit drin.

Wie auch immer. Verbrennt so eine Propangas-Heizung eigentlich den Sauerstoff im Wohnwagen? Dann werden wir wohl bald elendiglich versticken. Aber es ist schön warm und man hat uns den Kühlschrank mit Getränken aufgefüllt. Die Gegend um Hattingen ist übrigens ein ausgezeichnetes Wandergebiet. Es gibt eine Vielzahl von gut markierten Wanderwegen mit sehr schönen Aussichten. Ich musste leider feststellen, dass die Markierungen an einigen Stellen schon verblichen sind. Ich könnte mir gut vorstellen, hier von Frühjahr bis Herbst im Wohnwagen zu leben, die Wanderwege abzulaufen und die Markierungen aufzufrischen. Man kann sich sonst sehr schnell verlaufen. Muss doch nicht sein.